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Am Rheinknie scheiden sich die Geister

22. Mai 2025

Bahn25 Basel grafik Astra 310Grafik: Astra

 

Einen Tiefbahnhof unter dem Schienen-Drehkreuz Basel allenfalls ab dem Jahr 2080, den Rheintunnel für den Strassenverkehr auf der A2 mit rund 9,7 km «unter»dem Rheinknie aber als unverzichtbar markierte Bundesrat Albert Rösti anlässlich des Bahnkongress25 in Basel, wie auch an der GV der HKBB dieser Tage.

 

Beim Zweiten Nationalen Bahnkongress (Bahn25) in Basel trafen sich nicht nur über 400 Fach- und Führungspersonen zur «Zukunft Güterverkehr für die Schweiz und Europa». Die Modernisierung der Infrastruktur, neue Technologien und passende Rahmenbedingungen dominierten die Diskussion.

Klar sei, dass sich nur in gemeinsamerAnstrengung mehr Verkehr nachhaltig auf die Schiene bringen lasse, verlautete auch am nachfolgenden Montag auf der Generalversammlung der Handelskammer Beider Basel (HKBB), in der sich Bundesrat Rösti, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, einer Diskussion mit HKBB-Präsidentin Elisabeth Schneider-Schneiter stellte.

 

A.Rösti, E. Schneider-Schneiter. Fotos: PD/HKBB

 

Das Echo war unterschiedlich. Während die HKBB sich um moderate Töne bemühte, kritisierte die Baseler Zeitung, Rösti habe zur GV der HKBB am Montag zwar «viele nette Worte» ins Basler Congress Center mitgebracht, sei aber «letztlich mit leeren Händen» gekommen. Die Ergebnisse für den Infrastruktur-Ausbau in der Region seien ungenügend. Es drohe ein Verteilungskampf.

Am Zweiten Bahnkongress war die Reihe der Vortragenden gut bestückt gewesen, darunter Professor Pawel Wojciechowski, EU-Koordinator für den Nordsee-Rhein-Mittelmeer-Korridor, Jörg Stephan, Referatsleiter Güterverkehr im deutschen Ministerium für Verkehr, Christa Hostettler, Direktorin des Bundesamts für Verkehr (Schweiz) und Vincent Ducrot, CEO der Schweizerischen Bundesbahnen. Topmanager aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vertraten die Bahnen und die Logistikwirtschaft. Sie sind besonders auf einen reibungslosen Güterverkehr mit optimalen Rahmenbedingungen angewiesen. Vier Regierungsrät:innen und acht National- und Ständerät:innen aus der ganzen Schweiz hoben die Güterbahn als wichtiges Rückgrat der Logistik und Versorgung in der Schweiz und in Europa hervor. Die Partnerregionen Tessin und Wallis warben für ihre Schlüsselrolle im alpenquerenden Schienengüterverkehr.

 

Wohin fährt die Schweiz?

 

Um den Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln, versteht sich die Handelskammer zum Beispiel bei den Verkehrsinfrastrukturen - aufgrund negativer Volksentscheide, zu hoher Kosten oder unkoordinierter Planungsprozesse im Fokus - als Sprachrohr der Wirtschaft. «Projekte, die für die Wirtschaft prioritär sind, wollen wir mit unserer Perspektive «Verkehr Basel’45» wieder ins Rollen bringen», konkretisiert Handelskammer-Direktor Martin Dätwyler: «Zentral sind für uns die Ertüchtigung Basel SBB, ein neuer Tiefbahnhof und der Ausbau Fricktal im STEP Bahn 2026. Zudem wollen wir den Rheintunnel mit einer Standes-Initiative `Rheintunnel plus´ wieder aufnehmen». Aber auch Trams, Velo und Terminals haben es auf die Prioritätenliste geschafft. 

Der nächste nationale Bahnkongress Bahn26, veranstaltet von den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft, der Handelskammer beider Basel (HKBB), der SBB und trireno, soll unter dem Titel «Wohin fährt die Schweiz?» am 16. April 2026 in Basel stattfinden. Im Zentrum steht die mögliche Neuorientierung der Schweizerischen Verkehrspolitik nach der Ablehnung der Autobahnvorlage im November 2024 und den aktuell erhöhten Kostenschätzungen für den Ausbau der Bahninfrastruktur.

 

Bahn25 Basel HKBB M Daetwyler 310M. Dätwyler

 

Vor mehreren Hundert Wirtschaftsführern und Entscheidungsträgern aus der Politik machte Rösti klar, dass in den nächsten Jahren beim Bund harte Verteilkämpfe um die verfügbaren Gelder zu erwarten seien – und dass die Region Basel sich auf herbe Enttäuschungen werde einstellen müssen. Dies betrifft insbesondere die Pläne für den Ausbau des Bahnknotens Basel.

Viel wichtiger sei es, zu prüfen, was in den nächsten 20 Jahren finanzierbar und realisierbar sei. Der Bundesrat werde 2027 dem Parlament eine Botschaft unterbreiten. Dann werde man darüber diskutieren können, ob wenigstens der Tiefbahnhof beim Bahnhof, ein zentraler Baustein des Bahnknotens Basel, eine Chance habe.

www.hkbb.ch








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