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13,4 Prozent weniger Aufträge

27. August 2025

Laut Swissmem hat sich die Lage der Schweizer Tech-Industrie im zweiten Quartal weiter verschlechtert – und zwar noch vor den Auswirkungen des gemeldeten «US-Zollhammers». Gegenüber dem Vorjahressemester sanken die Umsätze um -2,5 Prozent, die Auftragseingänge um -2,3 und die Güterexporte um -0,9 Prozent.

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Demnach ist im zweiten Quartal das Bestellvolumen gegenüber dem Vorquartal um 13,4 Prozent gesunken. Da dieser Einbruch noch vor den Erschwernissen durch die US-Zollpolitik erfolgte, sei also in den kommenden Monaten mit einem beschleunigten Rückgang der Auftragseingänge zu rechnen. Damit drohe eine massive Verschärfung der bestehenden Industrie-Rezession.

Massive Verschärfung

Swissmem ruft Bundesrat und Parlament auf, mit raschen Massnahmen im Inland die Rahmenbedingungen für die Exportwirtschaft zu verbessern und damit Arbeitsplätze zu retten, und dazu eine Petition lanciert.

Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie sowie verwandte Technologiebranchen verzeichnet nun demnach neun Quartale mit rückläufigen Umsätzen im Vergleich zur jeweiligen Vorjahresperiode. Die Kapazitätsauslastung in den Betrieben erreichte im zweiten Quartal noch 80,9 Prozent - deutlich unter dem langjährigen Mittel von 86,2 Prozent. Mit 324 600 sank die Anzahl Beschäftigten in der Tech-Industrie im zweiten Quartal um 3100 Personen.

swissmem zweites HJ2025b 310Grafik: Swissmem

Hauptverantwortlich im Bereich der Güterexporte sei die schwache Entwicklung in Richtung Asien (-7%), wobei China besonders negativ auffalle (-16,8%). Die Ausfuhren in die EU stagnierten (-0,1%) und jene in die USA stiegen insgesamt leicht an (+1%). Während die US-Exporte im ersten Quartal im Vergleich zur Vorjahresperiode noch kräftig angestiegen waren (+5,3%), brachen sie nach den Zollandrohungen im zweiten Quartal ein (-3,1%).

Swissmem-Geschäftsführer Stefan Brupbacher zeigt sich tief besorgt: «Die politischen Unsicherheiten haben im zweiten Quartal voll auf die Investitionsgüternachfrage durchgeschlagen. Wir befinden uns in einem gefährlichen Abwärtsstrudel, dessen Sogwirkung durch die US-Zölle nun noch verstärkt werden. Das ist dramatisch für die betroffenen Firmen, Mitarbeitenden und Regionen.»

Trotz der schwierigen Lage kämpfen die Unternehmen der Tech-Industrie weiter. 80 Prozent der Firmen wollen neue Märkte erschliessen und 60 Prozent neue Geschäftsfelder aufbauen. «Das zeigt den Spirit der Schweizer Tech-Industrie. Die Firmen jammern nicht, sondern suchen neue Wege», betont Swissmem-Präsident Martin Hirzel.

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Aber der Anteil der Firmen, die einschneidende Massnahmen wie Stellenabbau (37%), Verlagerungen in die EU (31%) oder Kurzarbeit (28%) planen, sei hoch. «Wir befinden uns in einer heiklen Phase. Zahlreiche Firmen bereiten Abbau- und Verlagerungspläne vor. Entlassungen sind unausweichlich. Wie umfangreich diese ausfallen werden, hängt davon ab, wie schnell die Politik den US-Zoll von 39 Prozent entschärfen kann.»

Bundesrat und Parlament seien gefordert, die Gesamtbelastung für die Unternehmen zu senken. Es brauche zwingend einen Abbau von Bürokratie und einen Stopp bei neuen Regulierungen. Zudem darf es keine zusätzlichen Abgaben geben. Das betreffe u.a. die Lohnnebenkosten. Das Parlament habe es in der Herbstsession überdies in der Hand, die Bezugsdauer für die Kurzarbeits-Entschädigung auf 24 Monate zu erhöhen. Das könne Massenentlassungen verhindern. Weiter müsse die Revision des Kriegsmaterialgesetzes abgeschlossen werden. Nur so könne die Rüstungsindustrie in der Schweiz gerettet und die Sicherheit der Schweiz gewährleistet werden.

www.swissmem.ch








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